7. September bis 22. Oktober 2017

Der Hexenprozess um Anna Göldi – der letzten Hexe der Schweiz – kommt als Uraufführung in Neuhausen am Rheinfall auf die Musicalbühne. Die aus dem Rheintal stammende Dienstmagd Anna Göldi wurde am 13. Juni 1782 in Glarus wegen Giftmischerei und «Verhexung» zum Tode verurteilt und durch das Schwert hingerichtet.

«Anna Göldi – Das Musical» basiert auf den aktuellsten Forschungen der Anna Göldi-Stiftung in Glarus und erzählt von der verhängnisvollen Begegnung zwischen Anna und Johann Jakob Tschudi, dessen Tochter «Miggeli» sie verhext haben soll. Die Ermittlungen des Journalisten Heinrich Ludewig Lehmann werfen aber unbequeme Fragen auf: War es ein Komplott? Hexerei? Eine Verschwörung? Oder ein Verbrechen aus Leidenschaft?

Zehn Jahre nachdem der Antrag auf Rehabilitation Anna Göldis eingereicht wurde, gelangt die Wahrheit ihres Schicksals in einer spannenden und hochemotionalen Kriminalgeschichte ans Tageslicht. Dieses Musical bietet grosse emotionale Momente, erzählt von Liebe, Hoffnung, Angst und Eifersucht und birgt unvergessliche Melodien.

Erleben Sie die bewegende Inszenierung in der einzigartigen Location hautnah und lassen Sie sich verzaubern!

Sprache: Bühnendeutsch
Musik: Live-Orchester

 

Die Musik

Tauchen Sie ein in die musikalische Klangwelt von «Anna Göldi – Das Musical» und erleben Sie die einzigartigen Melodien des Stücks. Im Folgenden finden Sie Hörproben von drei Liedern, welche im Musical gespielt werden.

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Schlüsselfiguren

Klicken Sie auf den Namen, der Ihr Interesse geweckt hat und erfahren Sie mehr zur Person.

Anna Göldi

Schon früh muss die aus Sennwald stammende Dienstmagd ANNA GÖLDI für ihr Leben selber aufkommen. Immerhin ist sie eine «Freie» und muss niemandem von ihrem Verdienst abgeben. Ihr Leben scheint lange in geordneten Bahnen zu laufen, bis sie aufgrund von Hörensagen nach fast zwanzig Jahren ihre Anstellung im Pfarrhaus verlassen muss. Danach findet sie in Glarus im Haus des Landammanns eine Anstellung, wo sie wenige Jahre bleibt. Im Haus des Pfarrers Zwicky in Mollis geht sie eine heimliche Beziehung mit dem Sohn des Hauses ein. Als diese auffliegt, muss sie gehen. Nach wenigen Jahren findet sie ihre letzte Anstellung in Glarus, im Haus des Fünferrichters Tschudi. Hier wird sie der «Verhexung» der Tochter des Hauses «Miggeli» bezichtigt, verstossen und schliesslich in einem Geheimprozess zum Tode verurteilt.

Besetzt durch Masha Karell

Johann Jakob Tschudi

Der Glarner Arzt und Richter Dr. JOHANN JAKOB TSCHUDI bekleidet bereits in jungen Jahren hohe Ämter und gehört zu den höchsten Sittenwächtern des Landes. Er ist Mitglied des Rates, der die oberste exekutive Gewalt ausführt, sitzt im Fünfergericht, im Neunergericht und ist Mitglied des evangelischen Chorgerichts. Er zählt als der Hoffnungsträger der Dynastie. Sein Vorbild ist der mächtige Übervater Aegidius Tschudi, der im 16. Jahrhundert lebte und ein Weggefährte Zwinglis war. Tschudi wird vorgeworfen mit seiner Dienstmagd Anna Ehebruch begangen zu haben. Sollte sich dieser Vorwurf bewahrheiten, hätte dies den Verlust aller seiner politischen Ämter sowie seiner Ehre zur Folge. Um seine Reputation zu wahren, lässt er deshalb Anna steckbrieflich suchen.

Besetzt durch Simon Schnorr

Johann Melchior Kubli

Der junge Gerichtsschreiber JOHANN MELCHIOR KUBLI aus Netstal steht dem Prozess von Anna Göldi kritisch gegenüber und ist gegen Annas Hinrichtung, kann aber nicht viel ausrichten und muss gegen seine Einstellung handeln. Als überzeugter Demokrat ist er Anhänger der französischen Revolution und vermittelt die Bildungspolitik Pestalozzis. Nach Anna Göldis Prozess setzt er sich für eine humane und rechtsstaatlich funktionierende Strafjustiz ein. Sein Verfassungsentwurf beinhaltet die Abschaffung der Folter und der Geheimjustiz.

Besetzt durch Roland Herrmann

Heinrich Ludewig Lehmann

Der deutsche Journalist HEINRICH LUDEWIG LEHMANN aus Magdeburg wird von der Glarner Obrigkeit fürstlich bezahlt, um eine Streitschrift zu deren Ehrenrettung zu verfassen. Doch je mehr er sich in seine Aufgabe vertieft, scheint auch die Grenze zwischen Wahrheit und Lüge zu verschwimmen. Wird der Ruf des Glarner Rates durch Lehmanns Untersuchungen endlich reingewaschen? Berechtigte Zweifel lassen erahnen, dass Lehmann schon lange der Wahrheit auf der Spur ist.

Besetzt durch Raphaël Tschudi

Melchior Zwicky

MELCHIOR ZWICKY aus Mollis ist Arzt und Stammhalter der zweiten hochangesehenen Familie des Kantons Glarus. Er studierte in Strassburg Medizin und lebt fortan mit seinem Vater, einem Geistlichen, unter einem Dach. Die Zwickys sind die Gegenspieler der Tschudis und Melchior hat für Anna mehr als nur Freundschaft übrig. Melchiors Vater kann die Beziehung seines Sohnes zu einer einfachen Dienstmagd allerdings nicht gut heissen, weshalb es zur Trennung kommt. Ein gemeinsamer Sohn wird jedoch in Strassburg getauft. Auch wenn sich Melchior nicht gegen den Willen seines Vaters emanzipieren kann, steht er bis zur letzten Stunde zu Anna.

Besetzt durch Paul Erkamp

Elsbeth Tschudi

ELSBETH TSCHUDI, geborene Elmer, stammt aus Ennenda und ist eine Frau aus gutem Haus. Durch ihre Heirat mit Johann Jakob Tschudi wird sie Teil einer der einflussreichsten Familien des Kantons Glarus. Beim Dienstantritt der Dienstmagd Anna Göldi hat Elsbeth bereits zehn Kinder zur Welt gebracht, wovon nur fünf gesund geboren wurden. Drei Monate nach Annas Hinrichtung gebärt sie einen Sohn, der nur fünf Tage später verstirbt.

Besetzt durch Eveline Suter

Rudolf Steinmüller

Der Schlossermeister RUDOLF STEINMÜLLER aus Glarus ist mit den Tschudis familiär verbunden. Er gilt jedoch als Sonderling, da er sich einem der Zeit nicht angemessenen Hobby widmet: der Alchimie. Und er ist mit Anna Göldi befreundet, liest verbotene Schriften, spricht Dinge offen aus, die andere nur zu denken wagen. Durch Miggelis Aussage wird er beschuldigt, ein Leckerli «hergestellt» und ihr verabreicht zu haben, das ihr Leiden, das Speien von Gufen und Nägeln, hervorbringt. Daraufhin wird Steinmüller in die Henkerskammer gesperrt und ist das erste Bauernopfer dieses «Hexenprozesses».

Besetzt durch Marc «Cuco» Dietrich und Bodo Krumwiede

Miggeli

MIGGELI wird die zweitälteste Tochter von Anna Göldis Dienstherren Tschudi genannt. Im Musical spielt Miggeli eine wichtige Rolle, da sie angeblich Stecknadeln und Nägel gespuckt haben soll. Daraufhin wird Anna Göldi beschuldigt, das Mädchen verhext zu haben und wird als letzte Hexe der Schweiz zum Tode verurteilt.